WordPress für Webquest

Ich hatte vor einiger Zeit die Idee doch auch einmal einen Webquest für meine Lernenden anzubieten. Erst hatte ich darüber nachgedacht eine Webseite zu erstellen. Durch die Nutzung von WordPress.com kam ich dann jedoch auf die Idee, diesen doch dort anzulegen. Gedacht, getan.Zuerst hatte ich dann mal geschaut, ob das schon andere und wie genau getan hatten. Gestoßen bin ich dann auf ein Tutorial bei Lehrer Online, das zwar von 2009 ist, aber gerade für Erstnutzer von WordPress doch einen guten Einstieg bietet.

Ein Webquest ist ein e-Learning Lehr/Lernarrangement, bzw. eine Methode. Einen schnellen Überblick bietet Sonja Gerber hier an: „Einführung in die WebQuest-Methode. Überblick für Eilige ;-)“. Einen grundlegenden Einstieg bietet ein Artikel bei e-teaching.org, ebenfalls von Sonja Gerber (2007): „WebQuest – E-Learning nicht nur für Anfänger“. Die folgende Abbildung zeigt den typischen Ablauf eines Webquests:

webquest

Ablauf eines Webquest. Abbildung aus: Gerber, Sonja (2007): WebQuests – E-Learning nicht nur für Anfänger, Seite 1

Ich wollte jedoch den Webquest nicht öffentlich im Internet zur Verfügung stellen, sondern nur die Lernenden (und ich) sollten darauf Zugriff haben. Hintergrund war, dass ich dieses zum ersten Mal nutzte und das „Experiment“ ersteinmal mit den Lernenden durchlaufen wollte. Wenn man einen privaten Weblog mit WordPress.com erstellt, gibt es dabei folgendes Hindernis: Einladen kann ich für den privaten Blog nur Menschen, die einen WordPress Account haben, bzw. sich einen anlegen. Das wollte ich aber aus Datenschutzgründen nicht. Zudem könnte man maximal nur 10 Personen einladen. Ich habe dann das Problem so gelöst, dass ich den Lernenden die Zugangsdaten für diesen Blog gegeben habe. Damit haben sie jedoch im Blog Adminstratorrechte, mit den damit verbundenen Risiken. Aber es hat die Lernenden damit auch gleich noch die Chance gegeben, WordPress aus der „Innenansicht“ kennzulernen und keiner hat etwas „kaputt“ gemacht 😉

Ein Webquest dient natürlich auch immer dazu, Medienkompetenz und Informationskompetenz zu fördern. Wobei eben die strukturierte Umgebung und vor allem die Bereitstellung der Ressourcen einen „lost in Hyperspace“ verhindern helfen.

Inhaltlich war der Webquest über den ersten Weltkrieg, Zielgruppe waren Lernende der 9. Klasse. Es gab inhaltliche und gestalterische Anforderungen zu bewältigen. Ich hatte sechs Seiten dazu erstellt, die in der Menüabbildung zu sehen sind:

webquestmenue

Bilder für den Webquest hatte ich dann von Wikipedia übernommen (die Bilder zum ersten Weltkrieg sind in Wikipedia gemeinfrei, habe unter die Bilder immer noch die Quellenangabe gestellt). Man muss ja Vorbild sein…

Für die Startseite hatte ich folgenden Text erstellt:

Herzlich willkommen zum Webquest 1. Weltkrieg.
Ein Webquest kann man als abenteuerliche Reise durch das Internet beschreiben. Ihr seid dabei die Entdecker.
In diesem Webquest geht es um den 1. Weltkrieg.
Der 1. Weltkrieg war der erste Krieg, der viele Länder in Mitleidenschaft zog. Er war gänzlich anders als alle Kriege bisher. Moderne Waffen kamen zum Einsatz und viele Menschen fielen ihm zum Opfer. Auch auf die weitere Geschichte, vor allem Deutschlands, hatte er große Auswirkungen.
Stellt Euch nun vor, ihr seid Journalisten und sollt über den ersten Weltkrieg einen Artikel in einem Magazin schreiben. Als Journalist beginnt jede Arbeit mit einer Recherche. Bevor ihr also einen Artikel verfassen könnt, müsst ihr euch mit dem Thema auseinandersetzen.
Quellen zum Thema werden euch hier zur Verfügung gestellt (unter Ressourcen). Ihr könnt natürlich weitere Quellen nutzen.
Die Aufgaben die ihr bewältigen müsst, findet ihr auf der nächsten Seite.

Die Aufgabenstellung:

Eure Aufgabe ist es einen Artikel über den ersten Weltkrieg zu verfassen.
Ihr könnt dabei einen der folgenden Schwerpunkte wählen:
a) Warum kam es zum ersten Weltkrieg, wer waren die Kriegsparteien und welche Folgen hatte er?
b) Wie war der Verlauf des ersten Weltkrieges und welche Waffen wurden eingesetzt?
c) Wie stand die deutsche Bevölkerung und verschiedene Parteien zum ersten Weltkrieg? Hier könntet ihr auch aus einer persönlichen Sichtweise berichten.
Nachdem ihr Euch einen Schwerpunkt ausgewählt habt, könnt ihr eure Recherchen starten.
Euer Artikel soll mindestens drei aber nicht mehr als vier DIN A4 Seiten umfassen, Bilder enthalten und auch eine kurze Übersicht zum Krieg geben. Überlegt euch dabei gestalterische Mittel sinnvoll einzusetzen, bspw. zweispaltiges Layout, Tabellen, Diagramme, Farben… Am Ende des Artikels sollt ihr ein eigenes, kurzes Fazit verfassen.

Die von mir gewählte Aufgabenstellung bedingte, dass jeder für sich arbeitete, wenn auch ein Austausch natürlich möglich war und auch stattfand.

Unter Prozess hatte ich das geschrieben:

Jeder arbeitet für sich.
Ihr müsst mit euren eigenen Worten den Artikel verfassen! Möchtet ihr einzelne kleine Passagen zitieren, bspw. weil sie aus einem Originaldokument stammen, dann sind diese Zitate in Anführungszeichen zu setzen und die Quelle anzugeben. Ebenfalls sind für Bilder die Quellen zu nennen (Urheberrechte beachten). Eine Quellenangabe hat auch den Sinn, dass ein anderer die Quelle finden kann, es reicht also nicht bspw. anzugeben: google.de!
Ihr habt sechs Unterrichtstunden zur Verfügung.
Der Text ist in einem fehlerfreien Deutsch zu verfassen. Nicht der erste Entwurf ist bereits die Endfassung. Um Fehler zu finden, ist es sehr zu empfehlen, den Text auch von anderen Personen lesen zu lassen.
Vorgehensweise:
1.Schwerpunkt auswählen
2. Quellen nach dem gewählten Schwerpunkt durchsuchen
3. Daten für die Übersicht sammeln, hier sollt ihr selbst wichtige Daten auswählen
4. Notizen machen
5. Der Aufbau des Artikels bleibt euch überlassen, stellt euch jedoch vor:
a) Eure Leserschaft sind keine Experten, das heisst, Fachjargon ist zu erklären
b) keinesfalls nur Fakten aufzählen, der Leser erwartet einen spannenden Bericht oder Geschichte

Unter Ressourcen hatte ich folgende Struktur gewählt: Webseiten, Bildmaterialien, Kartenmaterial, Videos und Literatur vor Ort. Gerade jetzt aktuell – 100 Jahre 1. Weltkrieg, gibt es eine Fülle neuer Ressourcen zum Thema. Noch anzumerken, dass ich absichtlich Wikipedia weggelassen hatte – darauf kommen die Lernenden sowieso 😉

Erfahrungen

Es gab ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Manche haben sich ganz eng an die Vorgaben gehalten und auch nur die Quellen besucht, die angegeben waren. Das war ja auch für die Zielerreichung völlig ausreichend. Andere jedoch haben aus der Außensicht ganz wild „gesurft“ und hatten einen teilweise chaotischen Arbeitsstil, haben aber trotzdem (oder gerade deswegen?) tolle Ergebnisse geliefert. Die Bücher wurden übrigens am wenigsten genutzt. Interessant fanden alle vor allem Bilder, weil so die Vorstellung doch ganz real wird.  Meine Zeitvorgabe von 6 Unterrichtsstunden hatte ich verlängert, weil die Lernenden für das „Gesamtpaket“ länger brauchten. Beim nochmaligen Einsatz werde ich das definitiv länger planen. Das für mich subjektiv kreativste Ergebnis war die Erstellung eines Artikels, in dem ein Reporter über das fiktive Tagebuch eines Frontsoldaten berichtete.

So und nun sind Webquests aktuelles Thema beim Web 2.0 Kurs, na da passt ja mein Artikel doch ganz gut. Gelernt habe ich schonmal, bei Nutzung von Blogsoftware heißen sie Blogquests. Die Veranstaltung dazu war sehr interessant und es gab viele, ganz praktische Tipps. Diese findet man  ganz aktuell hier (man sind die VeranstalterInnen schnell 😉 . Einen Link zum Nachschauen der Veranstaltung habe ich noch nicht gefunden, aber sie wird sicher auf der Kursseite eingebettet werden.

 

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