Modul 3 – Konzeption eines Podcasts

Im Modul 3 des Masters soll man einen eigenen Podcast konzipieren, die Konzeption umsetzen und reflektieren.

Im Modul 1 hat man ja speziell vom Instruktionsdesign aus geplant. Man kann auch bei der Konzeption eines Podcasts so starten. Die Verfahrensschritte im Instruktionsdesign kann man bspw. im ADDIE – Modell  siehe hier noch einmal nachlesen.
Bei der Konzeption eines Podcasts ist das Medium schon vorgegeben. Ein Podcast kann dabei rein auditiv oder auch auditiv und visuell gestaltet werden. Die Wahl sollte dabei vom geplanten Inhalt und der ausgewählten didaktischen Struktur aus getroffen werden.

Man kann sich bei der Konzeption  die W-Fragen der Didaktik stellen. Klafki (1) stellt in seiner didaktischen Analyse dazu fünf Fragen auf, die man bspw. in Wikipedia hier nachlesen (permanenter Link) kann. Jank und Meyer (2) haben sogar 9 W-Fragen aufgestellt (kann man bspw. hier nachlesen) . So und nun?

Jetzt macht man sich Gedanken, wie man das in seinem Podcast umsetzen kann.

WER – die anvisierte Zielgruppe ist zu benennen, auch Gründe – warum geht man davon aus, dass der Podcast der Zielgruppe helfen könnte

WANN und MIT WEM – nun das bestimmt ja im Wesentlichen der Nutzer

WO – hier kann man konzeptionell überlegen: ist er öffentlich zugänglich? Wie ist er zu finden, speziell für die Zielgruppe. Evtl auch: ist der Podcast bspw. speziell für ein  Thema, zu einem bestimmten Stoff gedacht u.a.?

VON WEM – Autor und Hintergrund, auch warum wurde gerade dieses Thema gewählt, welche Motive liegen dem zugrunde?

WAS – Inhalt, inhaltliche Gestaltung, auch Bedeutung des Inhaltes für die Zielgruppe.

WIE –  welche Lerntheorie liegt diesem zugrunde, welches didaktische Design wird gewählt? Welcher gestalterischer Aufbau ist geplant? Wie plant man den Zuhörer zu motivieren, so dass er sich den Podcast (bis zum Ende) anhören möchte?

WOMIT- hier ist der Podcast (Audio-Podcast, Enhanced-Podcast oder Video-Podcast) erst einmal das womit. Für welches Format entscheidet man sich und warum dieses? Hier ist auch ein Blick auf die Cognitive Load Theory nach Sweller (3) -bspw. für den Einstieg hier: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/CognitiveLoad.shtml und den Mulitmediaprinzipien nach Mayer (4) – bspw. hier: Gestalten und Evaluieren von eLearning Szenarien/Gestaltungsanforderungen an eLearnszenarien – Johannes Kepler Universität Linz oder auch hier: Gestaltung und Einsatz von Bildern in Lernangeboten – Technische Universität Chemnitz zu empfehlen.

WOZU – Motivation zählt hier rein, warum sollte man sich den Podcast anhören? Zur Motivation kann man sich am ARCS-Modell von Keller orientieren – bspw. hier. Motivation im e-Learning- Technische Universität Chemnitz.
Lernziele sollten dem Nutzer bekanntgegeben werden – also wozu dient der Podcast, was ist das Ziel?  Welche Funktion hat der Podcast, auch für den Podcaster selbst, evtl. wird er ja in erste Linie für den eigenen Wissenszuwachs erstellt (was dann ein Motiv wäre).

Einen guten Überblick über die Verwendung von Podcasts in Bildungskontexten (sogenannte Educasts) kann man im L3T Lehrbuch im Kapitel Educasting finden.

Meine im Modul erstellten Podcasts sind hier und hier im Blog zu finden.

Noch ein paar persönliche Tipps:
– Drehbuch erstellen, aber dann nicht einfach vorlesen, dabei entsteht schnell eine monotone Vortragsweise, die es zu vermeiden gilt
– bei Enhanced Podcast würde ich keinesfalls den Text auf Folien bannen und ihn dann vorlesen – dazu habe ich hier schon mal was geschrieben
– es gibt keine feste Regel, wie lang ein Podcast sein sollte, hängft ja auch vom Thema ab, aber mehr als eine halbe Stunde finde ich wirklich anstrengend, dann besser den Inhalt in mehrere Episoden teilen
– den eigenen gewählten Stil beibehalten (erzählen, berichten oder beschreiben ….)
– man  lernt selbst wirklich viel über sein gewähltes Thema 😉

Viel Spaß beim Podcasten!

(1) Klafki, W. (1964). Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung. In: Roth,
H. & Blumenthal, A. (Hrsg.). Auswahl Reihe A, Heft 1. Grundlegende Aufsätze aus
der     Zeitschrift     Die     Deutsche     Schule.     Didaktische     Analyse.     Hanno-
ver/Dortmund/Darmstadt/Berlin: Schroedel. S. 5 – 36.
Klafki, W. (2007). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allge-
meinbildung  und  kritisch-konstruktive  Didaktik.  Weinheim,  Basel:  Beltz  Verlag.  6.
neu ausgestattete Aufl.

(2) Jank, W. & Meyer, H. (2002). Didaktische Modelle. Berlin: Cornelsen.

(3) Sweller, J. (2003). Evolution of human cognitive architecture. In B. H. Ross (Ed.), The
psychology  of  learning  and  motivation  (Vol.  43,  pp.  215-266).  New-York:  Aca-
demic Press.

(4) Mayer, R. E. (2001). Multimedia learning. New York: Cambridge University Press.
Mayer, R. E. (2005). Cognitive Theory of Multimedia Learning. In: Mayer, R. E. (Hrsg.)
Cambridge  Handbook  of  Multimedia  Learning.  (S.  31-48).  Cambridge:  Cambridge
University Press.

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2 Antworten zu Modul 3 – Konzeption eines Podcasts

  1. platon69 schreibt:

    Interessanter und lehreicher Beitrag. Podcasting hat mich schon länger interessiert. Dein Beitrag macht mir Lust auf den Master, bis dahin ist es aber noch ein langer Weg….
    (Bis dahin behalte ich das in meiner Linkliste)

  2. jdankl schreibt:

    Danke für deinen Beitrag! Ich bin selbst gerade dabei, das Modul 3 zu bearbeiten und deine Tipps helfen mir sicher weiter!

    LG aus NYC!

    J

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