2A – qualitative Sozialforschung

Es ist ja nun schon eine Weile her, dass ich das Modul 2A bearbeitet habe. Ich habe immer mal wieder gelesen, dass einige Studierende Schwierigkeiten mit dem Modul haben. Worin sind diese begründet? Um es gleich vorweg zu nehmen, für mich war es „mein Lieblingsmodul“, mir hat es unglaublichen Spass (wenn man das Wort im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten überhaupt verwenden kann) gemacht, zu forschen.

Der Knackpunkt ist – erst einmal muss man ein Forschungsfeld finden. Dann eine Forschungsfrage, die möglichst nicht schon beantwortet sein sollte, also nicht in dem konkreten Zusammenhang. Das ist die erste Hürde. Aber man forscht ja auch nur auf einer Mikroebene, denn alles muss in eine Hausarbeit „passen“. Diese kleine Ebene, die man sinnvoll bearbeiten kann, muss man jedoch „entdecken“ und das kann ein weiterer Knackpunkt sein. Man darf sich nicht zu viel vornehmen, aber trotzdem zu einem Ergebnis kommen können.

Ja und dabei stellt sich gleich die nächste Frage: ist qualitative Forschung denn geeignet eine (sinnvolle) Antwort auf die Forschungsfrage zu finden, oder wäre quantitative Forschung nicht besser geeignet, dann muss man noch einmal zurück, wenn denn qualitative Forschung stattfinden soll (und da ja die quantitative und qualitative Forschung jetzt getrennt sind, muss man nicht nur einen Schritt zurück, sondern eine andere Frage, einen anderen Fokus finden).

Nächste Hürde, die man von Anfang an mitbedenken muss – wo und wie finde ich Daten? Wer kann Auskunft geben, welche Methodik verwende ich. Hier schon gleich, wie an jedem Schritt Notizen machen – warum diese Methode…
Dazu muss man sich erst mit den Methoden auseinandersetzen, um die Unterschiede, Vor- und Nachteile zu kennen, um dann kompetent wählen zu können.

Dann geht es daran, ob man einen Leitfaden benötigt und wie der aussehen sollte. Und immer daran denken, den Interviewpartner nicht gewünschte Antworten zu suggerieren und ihn nicht einzuengen… Ja und dann heisst es üben, wie führe ich ein Interview.

Die nächste Hürde, die schon vorher mitgedacht werden muss – wer kann mir denn Antworten geben? Wie erreiche ich potentielle Interviewpartner? Eventuell muss ich noch motivationell tätig werden und Menschen überzeugen, aber Vorsicht nicht überreden, dann besteht die Gefahr, man erfährt gar nichts, einfach weil der Interviewpartner zum Thema nichts konkretes sagen kann…

Das alles macht die Forschung von vornherein recht komplex und ist, so denke ich, ein Grund dafür, dass es schwierig werden kann…

Und dann die Datenanalyse. Wie werte ich aus, welche Methodik verwende ich? Wieder – warum gerade diese? Mit der gewählten Methodik muss man sich dann intensiv auseinandersetzen und das kann ebenfalls richtig schwierig werden. Meist macht man es ja zum ersten Mal und da ist man echt gefordert.

Am Ende muss das Ergebnis, ein Ergebnis sein, welche zu meiner Forschungsfrage Antworten bereithält. Wenn nicht – wäre das wohl nicht so gut, aber auch dann gilt – warum nicht. Hypothesen sind übrigens nicht immer zwingend aufzustellen, aber auch hier gilt, egal was ich mache, ich muss es begründen. Und nichts in die Daten hineininterpretieren, es sind nicht die Ansichten des Forschers gefragt, sondern das, was die Daten bereithalten.

Zum Ergebnis dann noch einen kurzen Ausblick, wurde die Forschungsfrage umfassend beantwortet, wenn nicht, warum nicht, wo könnten weitere Daten zu finden sein? Wie kann mit dem Ergbnis weiter verfahren werden, was wären die nächsten Schritte?

Tiefen gehören auf alle Fälle dazu. Tage an denen man alles wegwerfen möchte, an denen man verzweifelt, an denen man nach dem Sinn der Forschung fragt. Hier hilft das Forschungsjournal, auch das gehört da hinein und es hilft, die Probleme einfach mal zu verschriftlichen.

Und wenn es hakt, dann macht man das Modul vielleicht einfach über zwei Semester. Zum Forschen gehört es dazu, dass man auch mal in eine Sackgasse landen kann, nur nicht verzweifeln.

Immerhin, müssen wir nicht jahrelang auf der „Beagle“ mitsegeln, mit einer Seekrankheit, die die ganze Zeit anhält (so wie Darwin) und niemand erwartet, dass Studierende eine Theorie, wie die Evolutionstheorie entdecken und das ist doch erst einmal sehr beruhigend (grins)…

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