Studieren ist nicht alles – Konferenzbesuche – George Siemens

Konferenzen erweitern den Horizont. Man hängt nicht mehr nur an der eigenen sturen Studienbriefmaterie fest und erfährt viel mehr von neuen Strömungen und Ansätzen.

Neu kennengelernt habe ich so einen sehr interessanten neuen Ansatz von e-learning und überhaupt lernen und wie es zukünftig gestaltet werden könnte.

Ich meine George Siemens (Universität in Manitoba – Learning Technologies Centre – Kanada) lehrt und sehr engagiert und überzeugend seine Vorstellungen darstellt. Er  (und Stephen Downes) hat eine neue Lerntheorie entwickelt und nennt sie „connectivism“ (deutsch Konnektivismus). Die Grundannahme ist dabei, dass der Mensch ein vernetztes Wesen ist und er deshalb im Netzwerk lernen wird. Er sagt, dass „The pipe is more important than the content within the pipe.“ (1)

siemensconnectivism

Quelle: Siemens, G, Knowing knowledge, 2006, S. 32

Besonders geeignet scheint diese Lerntheorie (die nun insofern neben Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus steht) für das e-learning zu sein, da gerade durch die neuen Möglichkeiten (v. a. Web 2.0) ja jeder mitmachen kann und kollaborativ Wissen entsteht. Die neuen Technologien führen dazu, dass anders gelernt wird. Im connectivism geht es vor allem darum,  zu wissen wo etwas steht. Wissen wird als etwas angesehen, dass entsteht, wenn etwas verknüpft wird.

Siemens selbst sagt: „Know-how and know-what is being supplemented with know-where (the understanding of where to find knowledge needed).“ (1)

Irgendwie scheint es hier auch um den in der EU ja viel beschworenen Ansatz der Kompetenzen zu gehen, denn nur wer die Kompetenzen besitzt, Wissen zu vernetzen, also auch große Netzwerke aufzubauen, kann etwas lernen. In der Wissengesellschaft ist es zudem wohl auch schlechterdings unmöglich nach alten Mustern zu lernen (denken wir an Lernen vor 70 Jahren und heute).

Ob connectivism nun wirklich eine neue Lerntheorie sein könnte, ist strittig, einige sehen ihn eher dem Konstruktivismus zugeordnet oder auch als eine besondere pädagogische Sicht. Im Konstrukt selbst werden sehr viele Aspekte angesprochen, die helfen das Lernen in der heutigen Gesellschaft begreiflicher zu machen. So können darauf Lernkonzepte erstellt werden, in denen der Lernende der Mittelpunkt, aber eben auch vernetzt ist und damit wird nicht mehr nur der Lernprozess innerhalb des Lernenden gesehen. Lernen wird als „Wissenbildungsprozess“ gesehen. Vor allem im e-Learning Bereich ergeben sich daraus viele, aus meiner Sicht, wertvolle Anregungen wie Lernumgebungen zu gestalten sind.

Wer Gelegenheit hat, an einem Vortrag von George Siemens teilzunehmen, sollte diese unbedingt wahrnehmen. Er ist ganz in seinem Stoff, dabei aber unterhaltsam und er reißt sein Publikum mit. Nun das ist (leider) eine nicht allzu häufige Konstellation von Vortragenden.

Wer sich damit vertraut machen möchte, den empfehle ich

http://www.elearnspace.org/Articles/connectivism.htm (auch Quelle bei 1)

und dieses hier der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die einen vom ESf gefördertes Mediawiki betreiben und hier den von Siemens und Downes initiierten und begleiteten (kostenlosen) Onlinekurs zum Konnektivismus inhaltlich behandeln, nicht mehr ganz in englisch aber auch noch nicht wirklich in deutsch…

Wer mit dem englischen sehr vertraut ist, kann sich auch durch den elearnspace von George Siemens klicken, hier gibt es auch noch das Buch von George Siemens „knocking knowledge“ kostenlos als pdf.

Zu guter Letzt empfehle ich noch den widawiki (Technische Universität Dortmund)

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